Weinen für die Seele
Ich lege mich weinend in Deine Arme
der leichte warme Regen löst das Gewitter
einen Seufzer noch und heiße Tränen versiegen
Dein Sonnenstrahl erlöst mich von innen
wohlige Ruhe lässt mich in Dich versinken.
Vergessen.
...
Die Zeit
Ich möchte wieder über Wiesen springen
am satten Grün und den Blumen erfreuen
kindlich, fröhlich und unbefangen singen
keine Phantasien leere Zeit mehr bereuen
Ich möchte dem murmelnden Bächen
meine kleinen Schiffchen wieder mitgeben
die so schwer beladen waren mit Päckchen
voller Wünsche und Hoffnung fürs Leben
Ich möchte wieder den Himmel sehen
mit Wolken die so groß sind wie Berge
auf denen kleine Teddybären stehen
wieder glauben an Hexen und Zwerge
Die Zeit nagt nicht nur an meinem Gesicht
sie stiehlt auch meine kindlichen Träume
drum schreibe ich hin das kleine Gedicht
zum öffnen diese wunderbaren Räume
...
Verstand und Gefühl
Ich bitte dich nehme mich weiterhin mit
Führe mich hoch hinauf zu deinem Wege
Geh mit mir den letzten schweren Schritt
Deinen schönen Träumen nach ich strebe
Ohne dich bin ich doch unendlich klein
Aus deiner Stärke wird meine Ehrfurcht
Ewig soll unsere Freundschaft jetzt sein
und aus Hoffnung reift die Lebensfrucht
Sind Zwei die innig zusammen gehören
Verstand und Gefühl das einmütige Paar
Endlos des Lebens Großartigkeit spüren
wie wertvoll das Leben immer schon war
...
Wann sprichst du wieder?
Die verletzte Seele der Erinnerung
bohrend und nagend soll frei sein
ewige Zeit nur bange Empfindung
endlose Zeit hüllt sie wortlos ein
Zu lange bereits nur traurige Ahnung
komm sprich zu mir du nun sprich wieder
ich ertrage nicht länger die stille Mahnung
drum kämpfe deine Wortlosigkeit nieder
Bis zu deinen Mauern meine Tränen rinnen
schwellen zum Fluss um dich zu mir zu tragen
um die Einheit zu bilden mit all unseren Sinnen
will dich nie wieder nach Worte fragen
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Seele
Wenn die Seele brennende Tränen spricht
und Stille lautlos über die Leere schreit
tausend Brücken hinüberführen ins Nichts
ein kleines Flämmchen in der Unendlichkeit treibt
Versuchen wieder einmal Menschen
den Menschen noch menschlicher zu machen
um mit ihrem großartigen Bedürfnis
über das Befinden Aller zu wachen
Auch wenn die Seele brennende Tränen spricht
und Stille lautlos über die Leere schreit
auch wenn tausend Brücken hinüberführen ins Nichts
ein kleines Flämmchen in der Unendlichkeit treibt…
…versuchen doch wieder nur Menschen
den Menschen noch dienlicher zu machen!
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Am Meer
Ich warte barfuß im heißen Sand
der Tag neigt sich dem Ende
unter den singenden Kreisen der Möwen
bis in unendliche Ferne erst helles
dann immer dunkler werdendes Blau
in dem sich glutrot der Sonnenuntergang widerspiegelt
das Meer spielt seine Musik der seichten Wellen
mit weißen Kronen aus Schaum
ein warmer Wind streicht seine Noten dazu
kaum merklich durch mein Haar
tanzende Farben ergreifen mein Herz
und ziehen mich mit in die Ferne
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Der Lotse
Ob Du mich unter Schmerzen holst
ob ich mich zu Dir hinüber träume
Du führst mich aus dem Leben
gleich einem Lotsen zu neuen Ufern
Du bist nicht schrecklich
kein Sensemann
kein dunkler Schatten
Nur einen Moment
darf ich hier verweilen
gleich einer reifen Frucht
pflückst Du mich
nach meiner Blüte
aus meinem Leben
mein Körper welkt
doch meine Seele wirst Du
mit dir nehmen
gestärkt reife ich heran
in einer neuen Welt
zur edleren Frucht
In Demut aber
will ich mit dir gehen
wenn Du kommen wirst
um mich zu holen
erwartungsvoll
denn Du bist der Lotse
gerne werde ich dir folgen
...
Flieg kleine Taube
Hast dir die Flügel gebrochen
dein schönes Federkleid verdorben
Hast dich im dunklen Loch verkrochen
verfluchtest den Tag an dem du geboren
Nun flieg kleine Taube, flieg!
Das eigene Mitleid hat dich gestützt
Den Glauben an die Zukunft hast du verloren
Blind bist du deshalb abgestürzt
und dabei beinahe gestorben
Nun flieg doch kleine Taube, flieg!
Das einzige was du geliebt hast
hat dich beinahe umgebracht
Vergiss nun was du einmal warst
vorbei ist deine dunkle Nacht
Drum flieg kleine Taube, flieg!
Die Wunden heilen mit der Zeit
dein erster Tag fängt heute an
Oh doch du bist jetzt schon soweit
habe Mut und glaube fest daran
Und jetzt flieg kleine Taube. Flieg!
...
Die Katze und die Amsel
Das Kätzchen schleicht auf leisen Sohlen
nach rechts sie schaut sowie nach links
spürt der Amsel nach und blickt verstohlen
als diese ihre Jungen Futter bringt
Die Amsel hat bald schon das Kätzchen gesehen
hüpft flatternd von Ast zu Ast mit viel Gezeter
verwirrt ist das Kätzchen durch dieses Geschehen
und verschiebt ihren Beutezug lieber auf später
Vom Küchenfenster ein Rufen
auf freundliche Weise:
Mietz Mietz, dein Fressen wo bist du versteckt?
Das Kätzchen zur Küche hoch springt sie die Stufen
mauzt noch und schnurrt dann aber leise
als sie ihre Milch aufschleckt
Fleißig die Amsel nun füttert die Jungen
Ruhe kehrt ein jetzt ist's wieder friedlich
jeden Tag wird so aufs Neue gerungen
und die Frühlingsluft die duftet lieblich
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Heimkinder
wo das zusammensein quält
da ist keine gemeinsamkeit
da bist du unter vielen alleine
ich gehe durch flure
in räume
durch räume
begegne in gruppen
einsame Kinder
zurückgelassene
familienlose
geselle mich dazu
und bleibe allein
ich gehe in den garten um alleine zu sein
streiche durch büsche
erträume mir höhlen
um wirklich alleine zu sein
um wirkliche einsamkeit zu fühlen
und fühle das gleiche
das dumpfe gefühl
kommt aus dem bauch
und kriecht nach oben
ergreift das herz
schnürt den hals
und erdrückt die seele
die seele eines Kindes
ich träume von freiheit
ohne zu wissen was freiheit ist
habe den wunsch etwas zu verändern
ohne zu wissen wie es zu ändern ist
...
Gott wird unser Leid nicht tragen
Gott wird unsere Leiden nicht tragen
Zuflucht und Hoffnung wird Gott aber geben
vergeblich ist Gott um Hilfe zu fragen
was geschehen muss wird geschehen
Doch wir Menschen können Leiden tragen
unsere Liebe kann sich zu Bergen erheben
gemeinsam verändern und uns um Hilfe fragen
aber was geschehen muss wird geschehen
Nun will ich unseren Gott befragen
in tiefer Demut an Gottes Hand beten
denn meine Liebe soll dich jetzt tragen
doch was geschehen muss wird geschehen
Gott dürfen wir nach unserer Seele fragen
damit wir nicht glauben sondern wissen
nur so wird Gott unsere Seele tragen
so wird es geschehen müssen
Unser Sein bestimmt das Leben
kann durch Liebe Berege versetzen
kann eingreifen um zu steuern zu regeln
was geschehen muss dürfen wir nicht verletzen
Am Ende wird Gott unsere Seelen vereinen
weil wir nicht nur glaubten sondern wussten
unsere Liebe trägt uns zu den Seinen
weil geschehen ist was geschehen musste
...
Gedanken
Gedanken ziehen
das unendliche Band
eines unaussprechbaren Monolog
sie kommen und vergehen
wie Wasserwellen des Meeres
den Strand ablaufen
Dann Stille
kaum ein zum Wort formbares Gefühl
denn Leere und Stumpfsinn folgt
dem inneren Schweigen
Wo sind die angenehmen Gefühle
die zu Bildern reifen
und Welten erschaffen
in denen Worte zum Spiegel
meiner Seele werden?
...
Der Besen
Ein Spinnennetz im Wind sich wiegt
kunstvoll gewebt mit viel Verstand
in der Mitte das Spinnlein dösend liegt
mit besserer Übersicht als am Rand
Zwischen Besenstiel und Mauern
im fein erbauten neuen Netz
tut's Spinnlein auf die Beute lauern
doch meinen Besen brauch ich jetzt
Ach Spinnlein wirst ein Neues spinnen
warte ab bis meine Stube Blitzt
wirst alles neu von vorne beginnen
wenn der Besen wieder am Platze ist
...
Das Blümelein
Heut morgen ging ich zur Tür hinaus
zu sehen was die Natur so vorantreibt
im Blumenbeet Neues da treibt etwas aus
etwas blaues ob das dort auch dran bleibt?
Erst Tulpen Narzissen und jetzt kommt ihr
die erste Blüte ist's Neugier? Bestimmt!
Besonders schön ist's im Frühling hier
denk ich noch so schön der Tag heut beginnt
Des Abends nach Hause bin ich gekommen
ach sieh der Wind hat dich nieder gedrückt
habe dich drum in mein Heim mitgenommen
und meinen Schreibtisch mit dir geschmückt
Deine Schönheit hat mich nachdenklich gemacht
du brauchst doch nur Wasser das gebe ich dir
und Ehrfurcht darüber was die Natur hat vollbracht
stille Freude in meinem Herzen bekomme ich dafür
...